Rückblick Morokulien 2026

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Drei Funkamateure eine Woche lang in Morokulien auf der schwedisch/norwegischen Grenze.

tl;dr: War toll.

Anfahrt

Wir sind am Sonntag früh mit 3 OM und der ganzen Ausrüstung vollelektrisch über Fehmarn nach Morokulien gefahren. Alles sehr geschmeidig. Da kommt man ja an Grimeton vorbei aber wir haben mit Blick auf die Uhr auf einen Stop verzichtet

 

Ausrüstung

Obwohl Morokulien Station voll einsatzfähig ist ("einfach einschalten") haben wir für Digi und Log-Integration doch eigene Ausrüstung mitgebracht:

  • HF1: ICOM 7300
  • HF2: ICOM 7610, ACOM 1200, JW Miller AT 2500 Tuner
  • VHF: ICOM 9700

Dazu noch Ethernet, WLAN Hotspot, ein mobiler Monitor, ein SDR, Antennenumschalter, Headsets, ein Arm voll Notebooks und Gedöns. Erstaunlicherweise hat das alles ins Auto gepasst,

Paralleler Betrieb auf mehreren Bändern

Wir haben von Anfang an geplant gleichzeitig Betrieb auf mehreren Bändern zu machen, dazu hat Jörg eine Tüte Bandfilter mitgebracht die wir im Laufe der Zeit entsprechend beschriftet haben:

Welche Bänder sind dies? Zusendungen bitte an DL9ET bzw. @dl9et@radiosocial.de

Das hat übrigens sehr gut geklappt, auch 40/80 gleichzeitig. Andere Kombinationen nicht, so 40/30 bzw. 30/20 oder parallelen Betrieb 6m Digi und irgendwas auf der Log-Periodic nicht möglich, die Koppeln einfach zu stark. Aber gute Sache.

Antennen Instandsetzung

Einer der G5RV hats wohl vom Baum gerissen, einen Trip zum Baumarkt später hingen beide G5RVs wieder an Ort und Stelle. 
Wer das nicht kennt, ein BILTEMA ist ein toller Universalbaumarkt, da kann man auch Werkzeug abgreifen.

Betriebsmodell: Urlaub

Was mir persönlich gut gefallen hat, ist der entspannte Betrieb im Urlaubsmodus. Es ist eben kein Contest, wo es um maximale Rate und maximale Airtime geht.
Kein Übermüdetes ans Funkgerät setzen. Kein "muss jetzt sein".  Contest ist auch toll, aber was anders.  So konnte man funken, basteln,  durch den Wald laufen, was auch immer. Ich fand das fühlte sich sehr erholsam an.

Ich habe im Vorfeld überlegt, da einen HAMAward Sprint (unter Beteiligung von lokalen OMs aus Norwegen/Schweden) draus zu machen. Das hätte aber zu einer selbstgemachten Erwartung geführt die grösseren Pileups auch zu bedienen.Aber mit nur 3 Ops waren wir dafür zu wenig.

Wir sind laut

Uns wurde oft gesagt, dass wir laut sind, auf allen Bändern. Das muss am Standort liegen. Als  Ingomar DL9ET 2025 zur IARU HF Championship kurz  hier war, ging das mit auch nur 100W auch sehr gut.

Wenn man laut ist, dann muss man die TX-Filter auch nicht so schmal bzw. Höhenbetont ("DX Säge") drehen. Und dann klingt man auch gut, was auch mal was anderes ist :-) 

Das wurde uns zugespielt:

Und das Lob meinen persönlichen Audio-Held Musallam 9K2KO musste ich selbst aufnehmen, leider ist da unser Audio nicht "on air" sondern nur knödeliger Monitor. https://radiosocial.de/@dl9et/116490504653661742 

Tolle (Funk-) Bedingungen

Die Bedingungen waren sehr brauchbar, ab Mittwoch und Donnerstag stellenweise großartig. 

Im 40m Pile-Up am späten Nachmittag hin und wieder eine Station aus Japan dazwischen, damit rechnet man irgendwie nicht. Also wir jedenfalls nicht. Bedingungen hier im Norden sind schon etwas anders.

Scouting via Digi

Bewährt hat sich dabei auch unser unterschiedlicher Schlafrythmus.

Jörg DK3JF war meist schon kurz nach 6 mit FT8 unterwegs und konnte nicht nur Kontakte machen, sondern uns - wenn wir dann aus den Federn kamen und gefrühstückt hatten - auch ziemlich genau sagen, wie die Bedingungen sind.
Dafür haben Martin DK4WM und ich eher die Nachtschicht übernommen.

Japan Express

Unvergessen war der Mittwoch, wo Jörg um 10 meinte: "15m Japan müsste wirklich gut mit SSB gehen". Beam hingedreht, gerufen und 1h Pileup Japan / Asien.

Japanische OM im Pileup sind ein Traum. Noch besser als US-Amerikaner, finde ich.
Man kann sich auch mit den Leuten unterhalten, ohne dass welche dazuwischenquengeln.
Hören, bevor man ruft, haben die auch verstanden, das ist ja in Europa auch mal Optional.
Sehr schick.

Apropos USA, nachdem Japan nicht mehr lieft, sind wir auf 17m und dann ging das Ganze für Stunden in Richtung USA weiter.  Und das bei leisem Band, einfach wunderbar!

Nach dem Erfolg habe ich mich doch mal mehr mit FT8 als Werkzeug, um Bandbedingungen zu ergründen, beschäftigt. Da habe ich dann vor Ort auch etwas Software gebaut, effektiv ein leichter zu interpretierendes Frontend für pskreporter. Der "Horstreporter". Das werde ich die Tage mal veröffentlichen.

CW eher nicht

CW, tja, da waren wir dünn unterwegs. Ich habe dieses Jahr erstmals damit angefangen und auch Martin wollte von einem CW Pileup nichts wissen. 
Mein "schlauer" Plan war, einen CW Skimmer aufzusetzen, dann so lange "CQ LG5LG UP" up zu rufen, bis man mit Skimmer und Hören ein Rufzeichen versteht und die Station dann zu arbeiten.  Irgendwie wollte der Skimmer nicht so ganz und es gab auch sonst genug zu tun, sodass es nie dazu kam.

Der alternative Plan war einfach zu warten, bis alle schlafen, und dann leise CQ zu rufen. Am besten auf 80/160 m. So kamen wir auf ganze 6 CW QSO.  Verknappung erhöht ja bekanntlich den Wert. :-)

 

Bilderbuchwetter & Flohmarkt vor der Tür

Nicht nur das Funkwetter war großartig, auch das Wetter an sich. Anfangs hat es nachts noch gefroren, aber es wurde von Tag zu Tag wärmer, bis wir am 30. April den Grill konnten und bei 23 Grad draußen saßen. Dank WLAN inkl. Funkbetrieb.  Zum 2. Mai baute dann ein echt schöner Flohmarkt bei uns vor der Tür auf, auch schön.

Wir haben auch schöne Kopfbedeckung da erworben (die Mützen können mit den Ohren wackeln)

Fernschreiber

Im Funkraum in Morokulien steht ein Fernschreiber. Da wir ja etwas Zeit haben (und der DL9ET mal als Schüler auf ' nem Siemens gelernt hat), haben wir versucht, den wieder in die Gänge zu bekommen, und das ging recht leicht. Die Mechanik war in einem guten Zustand und auch sauber, das Current-Loop RTTY Interface versah auch seinen Dienst am etwas neueren ICOM 7610.  Immer wenn so was rappelt, geht mir ja das Herz auf:

ARI DX Contest

Am Wochenende war dann noch ARI DX Contest, den haben wir genutzt um ein paar RTTY QSOs zu machen:

Es werden noch Wetten angenommen ob es uns gelingt mit 90 Minuten Betrieb die Kategorie "RTTY High Power"/ Norwegen zu gewinnen. ;-)

3000 QSO & 118 DXCC

Am Ende waren es rund 3000 QSO.
50/50 SSB und FT8. Und ~100 RTTY  sowie ne Handvoll CW Kontakte und 0,75 SSTV QSOs.
Je nachdem wie man draufschaut sind das viel oder wenig.  Wie ich das sehe ist es auch egal, da wir eben nicht im Contest waren. Spaß hatten wir allemal.

 

 

Ziel der Aktion war auch die Station zu promoten.

Ich denke das ist auch gelungen.Ich musste mehrfach erklären wie man die mietet, wie hier die Infrastruktur und Gegend so aussieht. :-)

Viel gelernt & einige Ideen

Wenig überraschend haben wir in einer Woche funken von einer neuen Location viel gelernt. Über Propagation, schwedische Wurstwaren - das Spektrum ist breit.

Bruch gabs wenig, das USB-Interface von meinem 9700 hat sich wohl HF eingefangen und hat das Zeitliche gesegnet , aber sonst noch alles dran.  Und wir haben Ideen für praktische Dinge, die man noch basteln könnte und wie man sowas in Zukunft gestaltet.

Jörg arbeitet an einem Digi Interface nach seinen Vorstellungen (und sucht da auch noch Wünsche): https://radiosocial.de/@dk3jf/116556458226495397

Ingomar versucht die vor Ort improvisierte "Spot the Spot" Software etwas aufzumöbeln: https://horstreporter.kgbvax.net.  

Und es gibt noch die Idee für ein zusätzliches ICOM Horst Bedienpanel, stay tuned.

2400 km e-Auto fühlt sich normal an

Zurück ging es dann am Sonntag mittag, wir hatten etwas bedenken wg. Rückreiseverkehr 1. Mai, daher sind wir später los. Ankunft dann wie geplant Sonntag Nacht. 
Was auch vielleicht nicht immer selbstverständlich ist: Die 2400km Reise mit dem Elektroauto war problemlos und wurde als sehr entspannt wahrgenommen.

Auf der Rückfahrt habe ich dann auch mal hinten gesessen, da ist ja richtig viel Platz. Notebook an und USB an das ICOM 7100 im Kofferaum und ich konnte entspannt Digi/CW spielen. Spät abends haben wir dann von der A1 aus noch VE2CF via SSB gearbeitet, dann waren wir fertig mit Funken :-)

Und jetzt?

War ne tolle Sache, wir sprachen darüber welche anderen interessanten Orte man entspannt befunken könnte oder ob wir das nochmal machen.
Da bin ich für Vorschläge ganz Ohr.